Jun

17

2010

Diäten-Wahn und Hungersnot

Abgelegt in Ernährung

Jetzt beginnt Sie wieder, die Zeit in der gefühlt 50 Prozent unserer Mitmenschen vor dem Urlaub noch „schnell abnehmen“ wollen, um im Bikini eine gute Figur abzugeben. Dabei werden die Crash Diäten rausgekramt: Ananas Diät oder Diätprodukte sollen helfen, so schnell wie möglich schlank für den Sommer zu werden.



In anderen Ländern der Erde, vor allem in den Entwicklungsländern, würde man beim alljährlichen Diäten-Wahn in Europa und den U.S.A. vermutlich nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen oder ungläubig den Kopf schütteln:

Täglich sterben etwa 24.000 Menschen an Hungersnot oder an Krankheiten, hervorgerufenen durch Hunger. Schätzungen nach leiden etwa 800 Millionen Menschen auf der Welt an Hunger oder Unterernährung. Unter diesem Aspekt, müsste man sich schämen, wenn man mit der „Reis Diät“ oder „Frühlingsdiät“ eines Boulevard-Magazins liebäugelt.

Kann man denn nichts aus dem Hunger auf der Welt lernen? Doch, sehr wohl! Nahrungsüberfluss, wie er hierzulande ganzjährlich vorhanden ist, muss nicht dazu führen, dass man sich diesem auch hingibt. Bewusster Konsum und bewusste Ernährung sind nicht nur gut für die Figur. Bewusstsein in Sachen Ernährung ist ein Statement, eine Botschaft.

Wer sich dem Überfluss an Nahrungsmitteln, Trendprodukten und dem schier unendlichen Genusswelten nicht immer und überall hingibt, der macht auch deutlich, dass etwas auf dieser Erde nicht stimmt: Das Verhältnis von Arm und Reich, die Schere zwischen Überfluss und Armut.

Wenn man selbst das ganze Jahr, statt nur im Frühjahr und Sommer, auf eine gesunde und bewusste Ernährung achtet muss man sich nicht mit Diäten beschäftigen. Gleichzeitig steht man für eine Sache ein: Kein überflüssiger Konsum während andere Völker hungern.

Natürlich denken jetzt viele: Was nützt es einem hungernden, äthiopischen Kind, wenn ich dieses Eis oder dieses Stück Schokolade jetzt nicht esse? Falsch gedacht: Wenn jeder bewusster isst und auch beim Einkauf auf fair gehandelte Waren und nachhaltigen Konsum achtet, dann trägt man seinen Teil zu einer anders denkenden Gesellschaft bei. Jeder kann seine Meinung zu Hungersnot und gegen Diäten-Wahn auch in Taten und wirkungsvolles Handeln umsetzen.

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